Zwischen Genie und Baustelle
Die Gedankenabstellkammer wird kernsaniert.
Backend Chaos, Frontend Hoffnung!
Sollte hier kurzfristig etwas schief aussehen, ist das Absicht ... oder ein Bug.
Meine zwei Leser bitte ich vorsorglich um Nachsicht.
Voll beherrscht
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- Jochen
- Voll gedacht!
Man nennt sie Herrschaft des Volkes. Aber das Volk herrscht nie als Ganzes. Es herrscht immer nur ein Teil von ihm über den anderen. „Volk” nennt sich die Mehrheit, wenn sie alle meint. Wer überstimmt wird, gehört in diesem Augenblick nicht dazu. Demokratie ist nicht die Herrschaft des Volkes über sich selbst – sie ist die Herrschaft der Mehrheit über die Minderheit. Das ist kein moralisches Problem. Das ist Mathematik.
Voll souverän
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- Jochen
- Voll gedacht!
Die Demokratie räumt dem Wähler das Recht ein, sie abzuschaffen – und der Politiker muss auch dann gehorchen. Das ist ihre Krux. Es ist die Freiheit, mit der sie sich selbst aushebelt. Dagegen gibt es keinen Schutz. Jede andere Herrschaftsform verteidigt sich gegen ihr Ende; die Demokratie muss es offenhalten. Sie ist die einzige Ordnung, die das Recht auf ihre eigene Abschaffung mitliefert. Das ist keine Lücke im System. Das ist das System.
Voll gierig
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- Jochen
- Voll gedacht!
Krieg wird nie erklärt. Er wird erzählt.
In Bildern. In Schlagzeilen. In moralischen Rahmungen, die dir sagen, auf welcher Seite du zu stehen hast. Wer die Erzählung kontrolliert, kontrolliert die Zustimmung – und Zustimmung ist im Krieg die wertvollste Ressource nach dem Geld.
Bleiben wir beim Geld.
Voll hinterfragt
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- Jochen
- Voll gedacht!
Sokrates wurde zum Tode verurteilt. Nicht, weil er etwa die falschen Antworten hatte. Sondern weil er fragte.
Das sollte uns zu denken geben. Nicht als historische Anekdote, sondern als Mechanismus, der nie verschwunden ist.
Die Kirche hat das Mittelalter nicht durch Verbote verdunkelt. Sie hat es durch etwas Subtileres getan: Sie hat Fragen zur Sünde erklärt. Wer zweifelte, zweifelte an Gott. Wer fragte, gefährdete die Ordnung. Das Wissen der Antike – Hochkulturen, die den Kosmos vermessen, den Körper seziert, die Demokratie erfunden hatten – verschwand nicht, weil es niemanden interessierte. Es verschwand, weil Neugier plötzlich einen Preis hatte.
Voll geschert
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- Jochen
- Voll gedacht!
Wenn nur ein Dutzend Menschen auf diesem Planeten etwas wirklich verstehen – ist es dann bewiesen? Ich weiß ja nicht.
Andrew Wiles würde mir da definitiv widersprechen. Der hat schließlich 1995 Fermats letzten Satz bewiesen. Auf 100 Seiten. Nur versteht seine Beweisführung halt fast keiner. Ich gehöre definitiv nicht zu dem dreckigen Dutzend, das Wiles’ Monumentalwerk nur annähernd kapiert hat. Und es bleibt zu bezweifeln, dass Fermat selbst diese Beweisführung hätte führen können. Er hatte ja noch nicht mal WLAN.
Voll nachhaltig
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- Jochen
- Voll gedacht!
Jede Niederlage, jeder Rückschlag, jede Fehlinvestition wird fortan als Klimafortschritt verbucht: Verarmung heißt Tugend, leere Regale gelten als Ressourcenschonung, Nichtkauf wird mit Bonusmeilen belohnt. Schlechte Qualität ist Umweltschutz. In biedermeierlicher Manier richten wir uns im Niedergang ein, applaudieren den Brandstiftern und weigern uns, hinzusehen, obwohl das Desaster vor der Haustür stattfindet; wir messen Erfolg in Versagen, nicht in Fortschritt.
Eine Wahrheit, eine Wissenschaft, eine Meinung
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- Jochen
- Vorbeigedacht!
Über die Rückkehr des Absoluten
Wir halten uns für aufgeklärt, für vernünftig, für modern. Wir glauben, wir hätten Gott hinter uns gelassen, die Kirche entmachtet, den Weihrauch endlich aus den Köpfen geblasen. Doch der Mensch ist ein gläubiges Wesen geblieben.
Vielleicht glaubt er nicht mehr an den christlichen Gott, zumindest nicht mehr in alter Form, aber er glaubt weiterhin. Er glaubt an die wahren Medien, an die einzige Wissenschaft, an Moral, an das Klima, an Geld, an die Experten, an Faktenchecks und an die tägliche Verlautbarung der einzig zulässigen Wirklichkeit.
Voll unsichtbar
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- Jochen
- Voll gedacht!
Der Einzelne verfolgt seinen Eigennutz, und die unsichtbare Hand des Marktes sorgt dafür, dass dabei Gemeinwohl entsteht. So weit die Idee von Adam Smith. Eine schöne Vorstellung. Sie funktioniert – aber nur, solange alle Beteiligten noch etwas in der Hand halten.
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