Denkpause
Ich bin aktuell im Urlaub. Das ist ein Ganztagsjob, der mich vollständig in Beschlag nimmt. Zwischen den anspruchsvollen Pflichten der Erholung – Nichtstun, Kaffee trinken, Gegend anschauen, Whiskey trinken, noch mehr Nichtstun – komme ich leider kaum dazu, meiner eigentlichen Leidenschaft nachzugehen: dem Schreiben.
Deshalb herrscht in der Gedankenabstellkammer seit letzter Woche Ruhe – und das wird voraussichtlich auch noch bis einschließlich nächste Woche so bleiben. Urlaub will schließlich gewissenhaft erledigt werden.
Bild erstellt mit Grok
Die Stromfalle
Eine Befürchtung
Die Zukunft fährt elektrisch, und das ist auch gut so. Endlich ein Auto, bei dem das Gewissen mitlädt. Zweieinhalb Tonnen sauberer Fortschritt – aber wer will schon kleinlich sein und nachrechnen, was zweieinhalb Tonnen gutes Gewissen wirklich kosten? Und weil es für das Klima so gut ist, summt zu Hause selbstgefällig die Wärmepumpe. Besser wird nichts. Nur alternativloser.
Glaubensbekenntnis Toleranz
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- Jochen
- Voll gedacht!
Es gibt eine berühmte Antwort auf die Frage, ob die Toleranz ihre Feinde dulden muss. Sie stammt aus dem Jahr, in dem Europa in Trümmern lag, und sie lautet: nein. Unbegrenzte Toleranz, so das Argument, führt zum Verschwinden der Toleranz – also dürfe die tolerante Gesellschaft den Intoleranten gegenüber intolerant sein. Das klingt nach einer Lösung. Es ist eine Erleichterung: Endlich ein Freibrief. Vielleicht ist das der Grund, warum die Antwort so gerne zitiert und so selten geprüft wird.
Werkzeug, nicht Täter
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- Jochen
- Vorbeigedacht!
Ein 25-Jähriger streamt in Würzburg eine Reanimation live auf TikTok. Die Polizei ermittelt wegen Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs. So weit, so klar. Doch kaum ist der Fall draußen, stellt BR24 schon die Frage: Was müssen die sozialen Medien dagegen tun? Als wäre die Plattform der Täter und nicht der Typ mit dem Handy.
Zum Fressen gern
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- Jochen
- Voll gedacht!
Es gibt Spezies, die zwischenmenschliche Probleme schneller lösen als wir. Die Schwarze Witwe zum Beispiel. Kaum ist der Geschlechtsakt vorbei und das Männchen verfällt in seine evolutionäre Starre – schweigen, starren, existieren –, wird es gefressen. Effizienz kann man ihr dabei schwer absprechen. Keine Beziehungsgespräche. Keine Missverständnisse. Keine Gefahr, dass er drei Tage später dehydriert aus der Ecke kriecht und krächzt: „War was?”
Das Doppelspiel
Vorweg, damit niemand den falschen Text liest: Das hier ist keine Werbung. Die AfD wird nichts besser machen. Unser System ist korrupt, versumpft, die Sozialsysteme verrecken bei laufendem Betrieb — und die AfD ist kein Gegenentwurf dazu. Sie ist Teil desselben Spiels. Wer das Folgende als Sympathieerklärung liest, hat es nicht gelesen.
Es geht um etwas anderes. Es geht darum, wie Demokraten mit ihr umgehen. Und ob dieser Umgang noch demokratisch ist.
Ende
Das „voll” in jeder Überschrift sollte das Markenzeichen dieser Rubrik sein. Wiedererkennbar. Eigen. Dachte ich zumindest.
Bis mich vor ein paar Wochen ein Freund darauf hinwies, dass sich der Gag abgenutzt hat. Ich habe es zuerst ignoriert – natürlich. Weil es bequem war. Weil es funktioniert hat. Und weil ich dachte: Wiederholung als Stilmittel.
Terminiert
Die künstliche Intelligenz steckte in den Kinderschuhen. So ging die Erzählung. Sie sabberte, halluzinierte, musste ständig gefüttert werden. Wir sahen es ihr nach, mit jener milden Herablassung für Kleinkinder: Sie konnte ja noch nicht. Sie würde schon noch. Also behandelten wir sie wie ein Kind.
Nur: Wer sind die Eltern?
Wozu noch Geheimnisse?
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- Jochen
- Voll gedacht!
Briefe schreibt niemand mehr. Wozu also noch das Briefgeheimnis — dieser museale Restbestand einer freien Gesellschaft. Ein Denkmal vergangener Zeiten, so nützlich wie ein Faxgerät.
Jetzt kommt die Chatkontrolle, und das Briefgeheimnis ist Geschichte. Endgültig. Betrauert wird ein Recht, das seit Jahren unbenutzt herumlag.
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