DurchGedacht

“Die Ereignisse von 1933 bis 1945 hätten spätestens 1928 bekämpft werden müssen. Später war es zu spät. Man darf nicht warten, bis der Freiheitskampf Landesverrat genannt wird. Man darf nicht warten, bis aus dem Schneeball eine Lawine geworden ist. Man muss den rollenden Schneeball zertreten. Die Lawine hält keiner mehr auf. Sie ruht erst, wenn sie alles unter sich begraben hat.
Das ist die Lehre, das ist das Fazit dessen, was uns 1933 widerfuhr. Das ist der Schluss, den wir aus unseren Erfahrungen ziehen müssen, und es ist der Schluss meiner Rede. Drohende Diktaturen lassen sich nur bekämpfen, ehe sie die Macht übernommen haben.” 

Erik Kästner über das Verbrennen von Büchern

Wer jung ist, kümmert sich heute ausschließlich um das Klima. Die Welt muss gerettet werden! Als ob irgendjemand apertis verbis das Gegenteil propagieren würde: Los, lasst uns den Planeten unbewohnbar machen, lasst ihn uns komplett zerstören! Mir erscheint, dass viele junge Menschen heute nicht mit Konflikten umgehen können. Wenn sie demonstrieren, dann tun sie es, um Dinge zu unterstützen, die sogar meine Katze unterschreiben würde. Sie sind den Konsens gewohnt, das schnelle Lob, den billigen Erfolg. Ihre Wirklichkeit ist von Handys und Likes geprägt.

Ausschnitt aus dem Gastbeitrag „Und keiner steht auf“ von Mario Fortunato in der Süddeutschen Zeitung vom 9. November 2019.
In dem Beitrag geht es eigentlich um etwas anderes. Ich fand diesen Absatz jedoch erwähnenswert.

 

„Gibt eine Regierung einen schwerwiegenden Entscheid als wissenschaftlichen Imperativ aus, zwingt sie alle, die nicht als Feinde der Wissenschaft dastehen wollen, zu blinder Gefolgschaft und lässt politischen Widerstand nur noch in Form einer populistischen Fundamentalopposition zu."

Prof. Dr. Caspar Hirschi
Historiker, Universität St. Gallen

 

Irgendeinem ist es doch aufgefallen? In dem Fall dem Friedensforscher und Philosoph Carl Friedrich Freiherr von Weizsäcker:

„Das deutsche Volk ist absolut Obrigkeitshörig, des Denkens entwöhnt, typischer Befehlsempfänger, ein Held vor dem Feind, aber ein totaler Mangel an Zivilcourage. Der typische Deutsche verteidigt sich erst dann, wenn er nichts mehr hat, das sich zu verteidigen lohnt. Wenn er aber aus seinem Schlaf erwacht ist, dann schlägt er im blinden Zorn alles kurz und klein. Auch jenes, was ihm vielleicht noch helfen könnte!"

 

In Zeiten, in denen Sätze wie „Ich habe ja nix zu verbergen!“ Hochkonjunktur haben, möchte ich an die Worte des Theologen Martin Niemöller erinnern:
"Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist.
Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat.
Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Gewerkschafter. 
Als sie die Juden holten, habe ich geschwiegen; ich war kein Jude.
Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der demonstrierte."

„In jeder gesellschaftlichen Subgruppe, egal ob man diese nach Schicht, Geschlecht, Ausbildung oder Beruf differenziert, bleiben die Anteile der Intelligenten (20%), der Durchschnittlichen (40%) und der Doofen (40%) konstant. Unter Professoren gibt es genauso viele dumme Menschen wie unter Polizisten, Putzfrauen oder Polsterern, und umgekehrt.“ 
Harald Welzer