Einleitung
Ausgehend vom Wort Jesu versuche ich, klassische und moderne Ethiken auszuloten, um eine Haltung zu skizzieren, die verbindlich bleibt und doch der Wirklichkeit standhält. Im Zentrum steht der Zwiespalt: Wie können ethische Prinzipien in einer komplexen Welt Orientierung geben, ohne selbst zu starr, zu abstrakt oder lebensfern zu sein?
1. Jesu Satz als Ursprung ethischen Denkens
Der Ausgangspunkt des Dialogs ist das Wort Jesu: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ (Mt 22,39). Es wird als grundlegendes ethisches Prinzip verstanden, das viele spätere Theorien nur in neuer Sprache wiederholen – sei es Kant, Utilitarismus oder andere. Das Besondere an diesem Satz ist seine Einfachheit und Tiefe: Er verbindet ethische Forderung mit empathischer Haltung, und er richtet sich nicht an Eliten, sondern an alle.
Bierhändler als Väter des Wohlfahrtsstaats
Als die Frankfurter Bierhändler im Jahr 1903 das Konzept des Flaschenpfands einführten, wollten sie vermutlich nur verhindern, dass ihre Flaschen im Straßengraben landeten. Sie konnten wohl kaum ahnen, dass sie damit ein Jahrhundert später zur Bekämpfung der Altersarmut beitragen würden.
Wer glaubt denn eigentlich wirklich noch, dass Jesus uns retten wird? Dafür gibt es zertifizierte Rettungsdienste! Und mal ehrlich: Sein erster Versuch ging ja schon voll in die Hose.
Okay, er ist übers Wasser gelaufen (sehr cool), hat Feigenbäume verflucht (seltsames Feature), und Blinde mit Spucke geheilt. Aus heutiger Hygiene-Sicht eher Teufelswerk. Die Nummer Wasser zu Wein war allerdings ziemlich abgefahren, aber dann? Brot kann ich selber teilen!
In der Bibel waren es zehn Plagen. Nur zehn! Überschaubar und für die Bühne göttlich inszeniert. Heuschrecken, Frösche, Blutfontänen aus dem Wasserhahn … das Drama kündigte sich in epischer Klarheit an. Und Moses, jener unbeirrbare Andersdenkende, verkündete die Zeichen des Verfalls noch ganz ohne Influencer-Account auf YouTube oder gar TikTok.
Warum wir nicht aufstehen? Weil Revolution mittlerweile bequem gepolstert ist. Empörung gibt’s nur noch in den sozialen Medien, unter der kuscheligen Decke der moralischen Selbstgefälligkeit. Denn wer geht noch auf die Barrikaden, wenn es doch Kommentarspalten gibt? Die Faust bleibt in der Chipstüte, die Stimme verhallt in der Sofa-Ritze. Und morgen? Da läutet wieder der Wecker der Angepassten. Aufgestanden … ja, aufgestanden wird nur für die Stechuhr. Um dann acht Stunden schweigend alles zu schlucken.
Und am Abend: Lang lebe die Revolution – natürlich nur, wenn man irgendwo ein Like setzen kann.
… das ist hier die eigentliche Frage! Denn zukünftig müssen WIR entscheiden, auf was wir verzichten sollen. Wohlstand und Sicherheit oder Freiheit. Alles können wir dann nicht mehr haben. Zumindest, wenn es nach einer sehr prominenten grünen Politikerin geht, die im ganzen Land bekannt ist für totale Abstinenz (Ironie!). Aber warum müssen WIR überhaupt so eine Entscheidung treffen? Die Antwort: Weil sonst das Klima kaputt geht. Und wenn wir nur fleißig verzichten, wird es auch mit den Naturkatastrophen klappen, und endlich keine Hochwasser mehr geben. Wen genau die Grande Dame Vert mit „wir“ meinte, ließ sie jedoch offen.
