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- Jochen
- Vorbeigedacht!
In Sachen Religion bin ich Atheist. Da glaube ich fest dran. Bei Wahrheiten bin ich Agnostiker. Da habe ich mich entschieden. Ich schätze, so genau wie möglich. Doch wann ist eine Wahrheit wirklich wahr — und wird zu Wissen? Wahrheiten sind Wahrscheinlichkeiten, selten hundert Prozent.
Den Kölner Dom habe ich gesehen. Ich war drinnen, ich habe ihn angefasst. Dass er existiert, steht für mich außer Frage. Jedenfalls zu den Öffnungszeiten — außerhalb existiert in Deutschland bekanntlich nichts.
Aber schon beim Eiffelturm muss ich anderen glauben. Ich war nie dort. Ich kenne ihn aus Bildern, Berichten, Erzählungen. Es gibt für mich keinen vernünftigen Grund, an ihm zu zweifeln. Es ist nur ein anderer Weg, etwas für wahr zu halten.
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- Jochen
- Vorbeigedacht!
So viel wurde über die vierte Kränkung nachgedacht. Doch keiner hat es auf den Punkt gebracht.
Freud hat drei gezählt. Kopernikus nahm uns die Mitte des Weltalls, Darwin die Sonderstellung im Tierreich, und er selbst dann die Hoheit über den eigenen Kopf. Drei Erkenntnisse, drei Ohrfeigen, sauber verteilt. Seither wird nachgelegt. Die vierte sei, dass uns die Technik über den Kopf gewachsen ist. Oder das Internet, das Freiheit versprach und Überwachung lieferte. Oder die Natur, die sich nicht in dem Zustand halten lässt, der uns genehm wäre. Ein Physiker hat die Liste vorsichtshalber gleich auf zehn verlängert.
Nichts davon ist eine Kränkung. Nicht einmal Freuds erste.
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- Jochen
- Vorbeigedacht!
Ein 25-Jähriger streamt in Würzburg eine Reanimation live auf TikTok. Die Polizei ermittelt wegen Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs. So weit, so klar. Doch kaum ist der Fall draußen, stellt BR24 schon die Frage: Was müssen die sozialen Medien dagegen tun? Als wäre die Plattform der Täter und nicht der Typ mit dem Handy.
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- Jochen
- Vorbeigedacht!
Über die Rückkehr des Absoluten
Wir halten uns für aufgeklärt, für vernünftig, für modern. Wir glauben, wir hätten Gott hinter uns gelassen, die Kirche entmachtet, den Weihrauch endlich aus den Köpfen geblasen. Doch der Mensch ist ein gläubiges Wesen geblieben.
Vielleicht glaubt er nicht mehr an den christlichen Gott, zumindest nicht mehr in alter Form, aber er glaubt weiterhin. Er glaubt an die wahren Medien, an die einzige Wissenschaft, an Moral, an das Klima, an Geld, an die Experten, an Faktenchecks und an die tägliche Verlautbarung der einzig zulässigen Wirklichkeit.
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- Jochen
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Alles ist Ablenkung
Gott ist Ablenkung. Die große Erzählung vom Sinn, vom Jenseits, vom „da droben versteht jemand das alles“. Eine jahrtausendealte Konstruktion, die uns davon abhält, hinzuschauen: Wir sind da, und dann sind wir weg.
Die Ideenwelt ist Ablenkung. Platon, Kant, Hegel, all die anderen gedanklichen Welten – herrlich, aber letztlich nur weitere Räume, in denen wir uns verlaufen dürfen, statt zu erkennen. Alles fließt in die Zerstreuung.
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- Jochen
- Vorbeigedacht!
Einleitung
Ausgehend vom Wort Jesu versuche ich, klassische und moderne Ethiken auszuloten, um eine Haltung zu skizzieren, die verbindlich bleibt und doch der Wirklichkeit standhält. Im Zentrum steht der Zwiespalt: Wie können ethische Prinzipien in einer komplexen Welt Orientierung geben, ohne selbst zu starr, zu abstrakt oder lebensfern zu sein?
1. Jesu Satz als Ursprung ethischen Denkens
Der Ausgangspunkt des Dialogs ist das Wort Jesu: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ (Mt 22,39). Es wird als grundlegendes ethisches Prinzip verstanden, das viele spätere Theorien nur in neuer Sprache wiederholen – sei es Kant, Utilitarismus oder andere. Das Besondere an diesem Satz ist seine Einfachheit und Tiefe: Er verbindet ethische Forderung mit empathischer Haltung, und er richtet sich nicht an Eliten, sondern an alle.
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- Jochen
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Bierhändler als Väter des Wohlfahrtsstaats
Als die Frankfurter Bierhändler im Jahr 1903 das Konzept des Flaschenpfands einführten, wollten sie vermutlich nur verhindern, dass ihre Flaschen im Straßengraben landeten. Sie konnten wohl kaum ahnen, dass sie damit ein Jahrhundert später zur Bekämpfung der Altersarmut beitragen würden.
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- Jochen
- Vorbeigedacht!
Wer glaubt denn eigentlich wirklich noch, dass Jesus uns retten wird? Dafür gibt es zertifizierte Rettungsdienste! Und mal ehrlich: Sein erster Versuch ging ja schon voll in die Hose.
Okay, er ist übers Wasser gelaufen (sehr cool), hat Feigenbäume verflucht (seltsames Feature), und Blinde mit Spucke geheilt. Aus heutiger Hygiene-Sicht eher Teufelswerk. Die Nummer Wasser zu Wein war allerdings ziemlich abgefahren, aber dann? Brot kann ich selber teilen!
