Mit Kürzel nicht unbedingt zum Ziel
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- Tanja
- Tanja Relevanta
Früher wurden viele Worte nicht abgekürzt, ihr ursprünglicher Sinn war somit immer verständlich und vor allem bestanden sie nicht aus kurzen Anglizismen.
Heute, also heute steige ich nicht mehr durch. Ich verstehe oder erklimme mir den Sinn der Worte, aber das geht nur mit viel Phantasie. Sollen Abkürzungen oder Schilder, die Kürzel enthalten, aber „erraten“ werden oder offensichtlich vereinfachen?
Voll zugestimmt
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- Jochen
- Voll gedacht!
Bei jedem Softwareupdate, bei jeder Anmeldung im Netz dieselbe Farce: Akzeptieren Sie die AGB. Welch Triumph der Freiheit! Ich darf zustimmen – oder draußen bleiben. Ein Wahlrecht wie in der DDR – formal da, praktisch bedeutungslos.
Voll vergessen
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- Jochen
- Voll gedacht!
Fett und träge sind wir geworden. Nicht nur körperlich, geistig. Wir lebten zu lange, zu gut von den Früchten, die unsere Eltern und Großeltern unter großen Entbehrungen gepflanzt haben. Viele von ihnen haben im Kampf um bessere Arbeitsrechte gelitten.
Sie demonstrierten, sie streikten.
Sie forderten kürzere Arbeitszeiten, sichere Arbeitsbedingungen, soziale Absicherung und politische Teilhabe – oft auf Kosten ihrer Gesundheit, ihrer Freiheit und ihres Leben. Ihre Kämpfe führten zur Gründung von Gewerkschaften, zu Arbeitszeitgesetzen und einem System sozialer Sicherheit.
Voll beseelt
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- Jochen
- Voll gedacht!
Sind wir im Denken wirklich weiter als die Menschen zu Aristoteles’ Zeiten – oder nur besser im Schönreden? Er nannte den Sklaven damals noch ein „beseeltes Werkzeug“.
Wie verwerflich!
Zweitausend Jahre Weiterentwicklung später heißen diese Werkzeuge „Mitarbeitende“, „Team-Member“, gar „Leistungsträger“. Schöne Worte, aber in der Bilanz sind sie lediglich eine Kostenstelle.
UNsichtbar
„Digitale Dateien kosten nichts.“
Weil man sie nicht sehen kann.
Und dennoch glauben Menschen an Gott?
Weil man ihn nicht sehen kann.
Voll designt!
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- Jochen
- Voll gedacht!
Alle wollen heute auf der richtigen Seite stehen.
Moral ist kein Wert mehr, sondern Werbefläche.
Man trägt sie wie ein Designer-Shirt – glänzend, sauber und völlig überteuert.
Empörung ersetzt Nachdenken, Haltung ersetzt Inhalt.
Die neue Tugend heißt Zustimmung – alles andere gilt als Makel.
Wer fragt, gilt als gefährlich. Wer widerspricht, als verdächtig.
Moral ist zum Spektakel geworden: laut, kurzatmig, selbstverliebt.
Voll ausgebremst
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- Jochen
- Voll gedacht!
Wer kennt die Szene an der Ampel nicht? Motor abgestorben. Der Hintermann hupt und blendet auf. Rücksicht hingegen wäre leise: fünf Sekunden Geduld – mehr bräuchte es nicht. Doch diese Zeiten sind vorüber. Blitzgewitter und Dauervibrato sind ständige Begleiter im Straßenverkehr. Na klar, „viel hupen hilft viel“ – vor allem beim Vorankommen.
Voll argumentativ
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- Jochen
- Voll gedacht!
Ich habe die Schnauze voll von der moralischen Überheblichkeit. Ich habe die Schnauze voll von der intellektuellen Faulheit. Ich habe die Schnauze voll von der reflexhaften Gleichsetzung: Rechts = Nazi.
Diese Gleichung ist das Mathe-Niveau der Empörten. Die Formel ist aber nicht nur falsch – sie ist brandgefährlich. Sie ersetzt Nachdenken durch Empörung, Argumente durch Abwertung und Dialog durch Ausgrenzung.
Ethik im Dialog
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- Jochen
- Vorbeigedacht!
Einleitung
Ausgehend vom Wort Jesu versuche ich, klassische und moderne Ethiken auszuloten, um eine Haltung zu skizzieren, die verbindlich bleibt und doch der Wirklichkeit standhält. Im Zentrum steht der Zwiespalt: Wie können ethische Prinzipien in einer komplexen Welt Orientierung geben, ohne selbst zu starr, zu abstrakt oder lebensfern zu sein?
1. Jesu Satz als Ursprung ethischen Denkens
Der Ausgangspunkt des Dialogs ist das Wort Jesu: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ (Mt 22,39). Es wird als grundlegendes ethisches Prinzip verstanden, das viele spätere Theorien nur in neuer Sprache wiederholen – sei es Kant, Utilitarismus oder andere. Das Besondere an diesem Satz ist seine Einfachheit und Tiefe: Er verbindet ethische Forderung mit empathischer Haltung, und er richtet sich nicht an Eliten, sondern an alle.
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