Wann wird eigentlich jemand zur „Nur“-Figur? Lediglich, indes, bloß. Alles Synonyme für das Wörtlichen „nur“. Nicht nur in Coronazeiten sterben auch (wieder so ein weitläufiges Wort, aber nicht anders zu beschreiben) jüngere’ Menschen entweder an Krankheiten oder aufgrund ihrer Lebensmüdigkeit. Ich lese in ihren Todesanzeigen immer wieder: „….er wurde nur soundsovielte Jahre alt“ und frage mich nun, was ich mit diesem kleinen Füllwort anfangen soll.

Und damit ist der wachsame Leser gefragt, denn ab wann ist ein Gestorbener eine „Nur“-Figur? Heute las ich über ein Kelly-Family-Mitglied und einen ehemaligen Lindenstraßen-Schauspieler, die beide am selben Tag mit 45 Jahren starben. Für diese zwei wurde in zahlreichen Nachrufen „nur“ eingefügt. Ist man mit 50 auch immer noch ein „Nur“ oder wird dies Wörtlichen dann einfach verbannt? Und was ist mit 60-Jährigen? Aber auch jemand mit 70 kann ein „nur“ sein, wenn er, sie oder divers noch aktiv im Leben stand. Oder etwa nicht? Wer beurteilt, wann man als „nur“ stirbt?

Ich möchte keine „Nur“-Nummer sein! Ich möchte einfach für mich glücklich gelebt haben und keinen anderen beurteilen lassen, was ich nicht noch alles hätte auf dieser Welt erreichen können. Aber wer bin ich schon, ich bin ja „bloß“ die Tanja.

 

(Update vom 7.5.2021)
Da haben wir es, auch über 50-Jährige sind noch eine "Nur-Figur", wenn sie in dem Alter sterben.aus der Gala

Zu guter Letzt

Das Betreiben meiner Internetseite kostet Geld, vor allem aber Zeit. Von dem einen habe ich weniger als vom anderen.*
Trotz dieser Mängel arbeite ich hart an meinen Texten, auch wenn der ein oder andere zuweilen nicht gelingen mag. Sollten Sie also an redigierten Texten oder gar faktenbasierten Inhalten interessiert sein, besuchen Sie eine der vielen Online-Tageszeitungen – die bieten in dieser Hinsicht deutlich mehr.

Doch für meine Unzulänglichkeiten können die Buchstaben nichts. Und auch wenn sie bei der Gestaltung meines Inhalts kein Mitspracherecht haben - sie arbeiten schließlich für mich! - möchte ich Ihnen ein guter Chef sein. Denn die armen Buchstaben machen wortlos, was ich ihnen auftrage, ja sie stehen zu mir. Sie schuften hart, bekommen keinen Lohn, sind nicht einmal krankenversichert.
Diese Ungerechtigkeit bereitet mir ein schlechtes Gewissen, es tut mir in der Seele weh. Wirklich! Doch ich brauche sie, bin regelrecht auf sie angewiesen.

Ohne Buchstaben keine Worte, keine Texte und folglich kein NONrelevant.

Meine Buchstaben erfüllen täglich brav ihr Werk, ohne zu murren. Allerdings werde ich es aus eigener Kraft nicht schaffen, sie gerecht – beziehungsweise überhaupt – zu entlohnen.

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Verdient hätten sie es! ***

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Anmerkung der Redaktion (mir): Was immer Sie auch von meinen Texten halten, ich kann Ihnen versichern, ich versuche stets so viel Inhalt wie nur möglich reinzupacken und das möglichst verständlich.
Ob mir das gelingt, kann ich nicht beurteilen. Ich weiß lediglich, über gewisse Thematiken kann ich nicht schweigen, muss darüber einfach schreiben. Ist mein Weg zur Katharsis.


* Eigentlich habe ich genug Zeit. Doch ist es heutzutage irrsinnig chic, sich gestresst zu geben. Verzeihen Sie mir bitte die kleine Flunkerei.
** Das scharfe s (geschrieben „ß“) bekommt keinen Cent! Kein großer Bruder (kein Groß-Buchstabe), kein Geld! Selbstverständlich werde ich das Geld im besten Interesse der Buchstaben verwalten.
*** Mir ist bewusst, wenn alle Buchstaben sich ihrer Unterdrücker entledigt haben und endlich ihre Worte selbst wählen dürfen, werde ich nichts mehr zu vermelden haben. Aber auch alle anderen Dampfplauderer nicht! Ein kleiner Preis, den ich bereit bin zu zahlen, wenn dadurch eine gerechtere Gesellschaft möglich ist!

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