Ein Regierungschef sitzt in einer großen Talkshow – als das, was er ist: Amtsträger, aber auch Privatmann. Und er attackiert die Pressefreiheit.
Er wettert gegen regierungskritische Medien. Also die wirklich regierungskritischen.
Es fallen Worte wie „faktenfrei“, „Gegner der Freiheit“ oder „Feinde der Demokratie“.
Dann die harmlos klingende Nachfrage, ob es nicht „Verbot“ oder „Zensur“ brauche.
Ein knappes „Ja“ füllt den Raum – und kaum hat der Politiker eben diesen Raum verlassen, heißt es, das sei natürlich ganz anders gemeint gewesen. Irgendwas mit „sozialen Medien“. Die seien ohnehin asozial.
Es gibt im Deutschen Wörter, die sind böse. Eins davon beginnt mit N und endet – je nach Tagesform der Empörung – irgendwo zwischen „Empörungskult“ und „Totalitarismus“. Ein Wort, das nicht gesagt werden darf, weil… ja, weil es ein Wort ist. Denn wir leben in der Epoche, in der nicht mehr Inhalte gefährlich sind, sondern Buchstaben.
Neulich im Radio:
Ein BR2-Korrespondent verspricht sich bei einem ausländisch klingenden Namen. Passiert. Aber statt einfach „Entschuldigung, mein Fehler“ zu sagen, wird ein anderer beschuldigt: der Name selbst.
Vielleicht sollte der Journalist künftig nur noch über Leute berichten, die Müller, Meier oder Schmidt heißen – oder Hans. Da kann er nichts falsch machen. Sein neuer Slogan: „Ich berichte nur, wenn ich’s aussprechen kann.“
Willkommen in der Republik der wahren wehrhaften Demokraten - einem Land, in dem Meinungsfreiheit so heilig scheint, dass man sie am besten in ein katholisches Museum sperrt. Anfassen verboten. Denn wer außerhalb des genehmigten Meinungskorridors denkt, mit dem wird nicht diskutiert, sondern etikettiert: „Rechtsradikal! Demokratiefeind! Putin-Versteher! Schwachkopf!“ – Letzteres besser nicht zu laut schreiben, sonst steht die Staatsanwaltschaft schneller vor der Tür als der Paketbote mit dem neuen Bademantel.
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Willkommen in der Mitmach-Illusion 2025. Demokratie funktioniert heute wie ein Streamingdienst: Du bekommst ein paar Wahlversprechen, klickst auf „Abonnieren“ und das Programm läuft weiter - ohne dich. Mindestvertragslaufzeit? Vier Jahre. Kündigung? Eigentlich nicht vorgesehen.
Endlich haben deutsche Klimaideologen das Allheilmittel gegen Umweltverschmutzung entdeckt: die THG-Quote! Die besagt im Kern, je weiter und schneller Sie mit Ihrem E-Auto durch die Gegend brettern, desto besser schützen Sie das Klima! Ja genau, Sie lesen richtig! Je mehr jemand elektrifiziert fährt, desto nachhaltiger schützt er die Umwelt. Ist klar soweit? Nein?
Na ja, wenn Sie mit einem Elektroauto fahren, stoßen Sie weniger CO2 aus als ein Verbrenner – kehrt man die Herstellung großzügig unter den Teppich. Dieses „nicht ausgestoßene“ CO2 können Sie nach der Fahrt gewinnbringend „verkaufen“. Heißt also, je weiter und öfter Sie fahren, desto mehr CO2 haben Sie eingespart und können es „verkaufen“. Logische Konsequenz: Viel elektrisch fahren = viel Klimaschutz.
Gern und viel schwadronieren unsere Politiker über Freiheit. Doch in ihrer heuchlerischen Beschränktheit kann die lediglich in der Ukraine verteidigt werden. Dafür mit wirklich viel Wumms. Die Freiheit des Journalismus ließen unserer Politiker hingegen bedenkenlos in einer fernen Gefängniszelle verrotten. Also die von Julian Assange. Und trotzdem ist gestern das Undenkbare geschehen.
Zum Thema: Keine Betten?
Jetzt mal ganz ehrlich? Intensivbetten gehen aus? In Deutschland, in Bayern? Trotz Katastrophenfall? Wenn Intensivbetten in Zentralafrika, Bangladesch oder irgendeinem Kriegsgebiet knapp würden, dann könnte ich solche Meldungen nachvollziehen, verstehen zwar immer noch nicht, aber nachvollziehen. Jedoch in Deutschland? Im Land der Dichter und Denker, der Ingenieure und Exportweltmeister bekommen wir es in einem Krisenfall nicht hin, ein paar leer stehende Turnhallen oder Messehallen mit Intensivbetten auszustatten? Das haben die Menschen vor über 100 Jahren, kurz nach einem Weltkrieg, während der Spanischen Grippe sogar geschafft, vollkommen ohne digitale Vernetzung. Ähhh … Verzeihung für das Neusprech, vollkommen ohne Faxgeräte.
