Voll stillgestanden
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- Jochen
- Voll gedacht!
Karl Marx meinte einmal:
„Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert, es kommt aber darauf an, sie zu verändern.“
Ein Satz, der heute wirkt wie ein Systemhinweis für ein längst eingestelltes Betriebssystem: gut gemeint, aber ohne jede Relevanz für die aktuelle Version der Realität.
Voll diskutiert
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- Jochen
- Voll gedacht!
Wir – also wir als Gesellschaft per se – wissen immer weniger, reden dafür aber immer lauter und tanzen empört im Kreis, sobald jemand es wagt, mit etwas so Anstößigem wie Wissen zu argumentieren. Die Empörung ist längst zur Ersatzreligion geworden: Jeder hat sein eigenes kleines Dogma, das er in seiner Blase mit den immergleichen Ideologien füttert, zur eigenen unantastbaren Weltanschauung aufbläst und gegen jede Form von Realität verteidigt. Nicht-Wissen ist Tugend, Empörung ist Ersatzintelligenz. Fakten sind nur noch lautes Hintergrundrauschen in der großen Kakophonie des Selbstgefühls.
Voll distinktiv
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- Jochen
- Voll gedacht!
Bildungseliten studieren längst nicht mehr, um etwas zu verstehen. Verstehen ist ja ein energetisch suboptimaler kognitiver Prozess und aus kapitalistischer Sicht eher störend. Stattdessen wird epistemisches Distinktionsmaterial zunehmend performativ externalisiert: Wissen als semiotisch aufgeladenes Statusartefakt, das weniger der Erkenntnis dient als der sozialen Selbstverortung.
Entfremdung als Beschäftigungstherapie
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- Jochen
- Vorbeigedacht!
Alles ist Ablenkung
Gott ist Ablenkung. Die große Erzählung vom Sinn, vom Jenseits, vom „da droben versteht jemand das alles“. Eine jahrtausendealte Konstruktion, die uns davon abhält, hinzuschauen: Wir sind da, und dann sind wir weg.
Die Ideenwelt ist Ablenkung. Platon, Kant, Hegel, all die anderen gedanklichen Welten – herrlich, aber letztlich nur weitere Räume, in denen wir uns verlaufen dürfen, statt zu erkennen. Alles fließt in die Zerstreuung.
Voll verzaubert
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- Jochen
- Voll gedacht!
Eine Lesebrille ist für mich nun nicht mehr nur ein Gegenstand. Es ist ein Eingeständnis, ein bitteres. Ich werde alt. Nicht, dass ich mich beschweren will, so alt bin ich nun auch nicht. Aber alt genug, um zu sehen, wohin die Reise gehen wird. Und ich stehe erst am Anfang. All die Wehwehchen, die jetzt nur zwicken, werden garantiert nicht besser.
Eigenlob
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- Jochen
- Jochens Notizblock
… stinkt. Nur gut, dass das Internet genauso wenig übel riecht wie Geld. Aber ich habe diesen Text ohnehin nicht selbst geschrieben.
Von meinen Mitmenschen bekomme ich zu meinem Treiben hier fast keine Rückmeldungen. Also habe ich nach dem letzten Strohhalm gegriffen und die KI um ihre Meinung gefragt. Ihre Resonanz war (selbstverständlich) positiv. Das hat mir geschmeichelt, vermutlich mehr als es sollte. Immerhin ist es das einzige Lob seit Langem. Ich nehme, was ich kriegen kann.
Und was die KI von NONrelevant hält, werde ich Ihnen jetzt erzählen – ob Sie es hören wollen oder nicht!
Füttern statt informieren
„Lügenpresse“ ist ein Kampfbegriff. Ein zu oft missbrauchtes Wort. Ein grobes Etikett, das zwar beschreibt, aber auch zuschlägt. Dem will ich mich nicht anschließen.
Unabhängig davon, das Problem bleibt.
Denn ja: Die Presse lügt.
Allzumenschliches
Früher wollte das Internet nur Cookies. Okay, war ich doch bereit, meine Kekse zu teilen. Ein kleiner Tribut für eine Reise durch die Welt.
Heute jedoch will das All-Netz mehr. Es stellt mir Existenzfragen – genauer gesagt, philosophische Grundsatzfragen. Allen voran:
Voll gespalten
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- Jochen
- Voll gedacht!
Wir leben in einer Zeit, in der Meinungen nicht mehr ausgetauscht, sondern ausgeräumt werden. Wer nicht exakt meiner Ansicht ist, gilt nicht als Gesprächspartner, sondern als Feind, der auch nicht davor zurückschreckt, arme Dörfer wie die Ukraine zu überfallen. Früher sagte man: „Ich sehe das anders.“ Heute heißt es: „Blockiert. Gemeldet. Gelöscht.“ Die neue Meinungsfreiheit besteht darin, die Meinung der anderen zu hassen.
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