Parkplatz-Blues
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- Tanja
- Tanja Relevanta
Es ist mir noch nie so stark aufgefallen wie auf diesem Park- bzw. Rastplatz inmitten Deutschlands. Ein blaues Richtzeichen für Behinderte und gleich daneben eins für Frauen. Ich sah es, parkte woanders, kaufte einen Kaffee und dachte nach.
Behinderten Parkplätze ergeben Sinn. Wer im Rollstuhl sitzt, sollte eine möglichst geringe Entfernung zum Eingang laufen müssen. Und zusätzlich brauchen Rollifahrer mehr Platz zum Aussteigen. Das verstehe ich auch! Über Parkplätze für Frauen in dunklen Tiefgaragen nah am Eingang kann man eventuell noch diskutieren (wenn sich Frau und alle anderen damit besser fühlen), aber an der Oberfläche?
Was soll mir das Schild also sagen? Dass Frauen nicht einparken können und deshalb mehr Platz brauchen? Oder handelt es sich um eine Vorsichtsmaßnahme des Betreibers, damit sich Männer nicht aufregen, weil wieder irgendeine Frau zwei Parkplätze belegt? Daher gibt man den Autofahrerinnen besonders breite Stellplätze? Die Zeiten, in denen man vor Frauen im Straßenverkehr warnen musste, sind doch schon seit meiner Studienzeit vorbei. Oder sind Menschen mit weiblichen Geschlechtsteilen doch irgendwie behindert?
Ich sehe mich weder als hilfsbedürftig noch als körperlich oder geistig behindert an. Ich möchte nicht in eine Kategorie fallen, die Sonderbehandlung braucht - als ob es für mich gefährlicher wäre, ein paar Meter weiter zum Shop zu gehen.
Vielleicht gibt es demnächst auch Richtzeichen mit "Parken nur für Frauen ab 80 unter 1,60m Körpergröße" - denn die scheinen ja besonders langsam und eine Verkehrsgefährdung in jeglicher Hinsicht zu sein.
Das ist schon so lange her …
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- Tanja
- Tanja Relevanta
Ich mag gern Dingen auf den Grund gehen, ich mag Zusammenhänge und Gefühle verstehen und ich mag keine offenen Baustellen oder lockere Verbindungen, bei denen der eine nicht weiß, ob der andere sich nur nicht meldet, weil er keine Zeit oder in Wirklichkeit keinen Bock mehr auf den einen hat.
Dass ich nachfrage, nachhake und beharrlich Antworten erwarte, macht es meinem Gegenüber bzw. dem Adressaten nicht immer leicht. Ich mache auch keinen Unterschied bei Nachfragen. Weder als Journalistin habe ich mich bei Politikern, Sportlern oder Stars und Sternchen zurückgenommen noch höre ich privat auf, bevor ich nicht eine Antwort bekomme, mit der ich gut leben kann.
Immer wieder stoße ich dabei auf die Aussage, das sei doch alles „schon so lange her“, auch wenn erst einige Jahre vergangen sind. Manches lässt sich eben nicht gleich klären oder braucht Zeit, um zu sacken und Fragen zu formulieren. Anderes ergibt sich erst nach Jahrzehnten, weil vielleicht eine wichtige Person verstorben ist, die es hätte wissen können.
Wie dem auch sei, dass etwas so lange her sei, ist eigentlich kein Gegenargument, sich nicht mehr damit auseinandersetzen zu müssen. Vor allem bei expliziten Nachfragen eines anderen und auch, wenn Gefühle im Spiel waren, vergisst niemand die Umstände. Menschen sind einfach zu denkfaul geworden und ich möchte auch behaupten, dass jeder sich seine Vergangenheit manches Mal so hinbiegt, wie sie ihm/ihr am angenehmsten erscheint. Da vergisst man nicht, man verdrängt.
Und dann sind natürlich aufrüttelnde Nachfragen von mir störend in der eigenen idealen Welt von gestern.
Risikoabwägung
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- Tanja
- Tanja Relevanta
Bis vor der Pandemie wollte doch eigentlich niemand zu einer gesundheitlichen Risikogruppe gehören. „Risiko“ bedeutete mögliche Ausgrenzung, weniger Freiheiten, Einschränkungen bei Freizeitaktivitäten und einfach ein schlechtes oder minderwertiges Gefühl.
Das Blättchen ist zu einem Journal geworden und hat sich komplett gewendet. Plötzlich möchte jede und jeder einer Risikogruppe angehören. Welcher auch immer. Die einen Chips fressend auf dem Sofa sind schon seit Ewigkeiten Diabetiker, andere kommen kaum aus ihren tiefergelegten Sportautos, weil ihr Wanst dazwischen ist und sie Angst haben, einen Herzinfarkt bei zuviel Anstrengung zu bekommen. Und noch andere sehen bereits in einer Schilddrüsenunterfunktion ihre Chancen auf eine Impfung steigen (Frau Ochsenknecht hat Hashimoto wie auch 10% der deutschen Bevölkerung und präsentierte sich vor kurzem als "Risikogruppe"nzugehörige; Hashimoto ist allerdings keineswegs eine große Gefahr in Verbindung mit Corona).
Wer hätte gedacht, dass man mit dem eigenen gesundheitlichen Gefahrpotential im Jahr 2021 mal so hausieren gehen würde!
„Nur“-Figur
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- Tanja
- Tanja Relevanta
Wann wird eigentlich jemand zur „Nur“-Figur? Lediglich, indes, bloß. Alles Synonyme für das Wörtlichen „nur“. Nicht nur in Coronazeiten sterben auch (wieder so ein weitläufiges Wort, aber nicht anders zu beschreiben) jüngere’ Menschen entweder an Krankheiten oder aufgrund ihrer Lebensmüdigkeit. Ich lese in ihren Todesanzeigen immer wieder: „….er wurde nur soundsovielte Jahre alt“ und frage mich nun, was ich mit diesem kleinen Füllwort anfangen soll.
Und damit ist der wachsame Leser gefragt, denn ab wann ist ein Gestorbener eine „Nur“-Figur? Heute las ich über ein Kelly-Family-Mitglied und einen ehemaligen Lindenstraßen-Schauspieler, die beide am selben Tag mit 45 Jahren starben. Für diese zwei wurde in zahlreichen Nachrufen „nur“ eingefügt. Ist man mit 50 auch immer noch ein „Nur“ oder wird dies Wörtlichen dann einfach verbannt? Und was ist mit 60-Jährigen? Aber auch jemand mit 70 kann ein „nur“ sein, wenn er, sie oder divers noch aktiv im Leben stand. Oder etwa nicht? Wer beurteilt, wann man als „nur“ stirbt?
Ich möchte keine „Nur“-Nummer sein! Ich möchte einfach für mich glücklich gelebt haben und keinen anderen beurteilen lassen, was ich nicht noch alles hätte auf dieser Welt erreichen können. Aber wer bin ich schon, ich bin ja „bloß“ die Tanja.
(Update vom 7.5.2021)
Da haben wir es, auch über 50-Jährige sind noch eine "Nur-Figur", wenn sie in dem Alter sterben.
aus der Gala
Komm Heuchler, geh doch ...
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- Jochen
- Jochens Notizblock
Ein polemisches Pamphlet
Komm, geh doch in ein Krankenhaus und schau zu, wie Infizierte an Corona leiden
Komm Heuchler, geh in ein Krankenhaus und schau zu, wie Kranke an multiresistente Keimen sterben
Geh in ein Altenheim, in das gebrechliche Menschen abgeschoben werden und schau zu, wie sie wegen Pflegemangels nicht würdevoll versorgt werden können
Geh danach noch in eine Suppenküche und schau bedürftigen Menschen zu, wie sie in diesem reichen Land für ihr Essen anstehen müssen
Komm Heuchler, geh doch in ein Land, in dem das wirklich jemand interessiert
Der intellektuelle Raum
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- Tanja
- Tanja Relevanta
oder ... Ich bin wohl anders
In Pandemiezeiten mit vermehrt digitalen Angeboten bleibt auch mir nicht viel anderes übrig, als mein Philosophie-Studium zu virtualisieren. Ein interessanter Nebeneffekt: Bei Online-Seminaren bekomme ich einen Einblick in die privaten Räume meiner Kommilitonen und wie sie gestaltet sind.
Bei meinem letzten Seminar dachte ich aber, ich bin irgendwie falsch: Während ich vor meinem Alkoholschrank saß, in dem viele Flaschen zu sehen sind und eine „Kreativtafel“ mit sinnentleerten Sprüchen, sitzen die meisten meiner Studienkollegen vor enormen Bücherwänden mit philosophischer Literatur.
Mach ich da was falsch?
Nö, denn ich möchte die Bildung ja im Kopf und nicht im Haus rumstehen haben.
450 Euro Job
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- Jochen
- Vorbeigedacht!
Ich versteh das Konzept der CDU / CSU nicht so recht. Wer wird in diesem Verein nach welchen Kriterien eingestellt, befördert oder rausgeschmissen?
Jemand, der Masken zu überhöhten Preisen eingekauft hat, muss gehen, oder auch nicht.
Jemand, der vor seiner politischen Karriere als Abgeordneter des Bundestages mit Lobbyarbeit für die Pharmaindustrie Geld verdiente, wird Gesundheitsminister.
Jemand, der für den Untersuchungsausschuss zur Berateraffäre noch teurere Berater einstellt, um die Vorwürfe abzuwenden, Beratern zu viel gezahlt zu haben, wird EU-Sissi.
Jemand, der sich an Spendeneingänge nicht mehr erinnern kann, wird Bundestagspräsident.
Jemand, der aus Inkompetenz und / oder Raffgier Steuergelder in Milliardenhöhe verscheuert hat, weil er voreilig Verträge abschloss, wird zwar nicht befördert, fliegt aber auch nicht raus.
Jemand, der eine klitzekleine private Party auf Kosten des Steuerzahlers veranstaltet, fliegt hochkant raus.
Und jemand, der a Hund is, darf sowieso alles.
Ich blick da echt nicht durch. In so einem Arbeitsumfeld wollte ich nicht arbeiten. Immer diese Ungewissheit, ob man für eine Untat seinen Hut nehmen muss oder ein besseres Amt erhält.
Mut zur Lücke
Corona - Schutzheilige aller Berufstätigen?
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- Jochen
- Vorbeigedacht!
Wie ich einige Posts vorher bereits vermutet hatte, scheint sich mein Verdacht nun zu bestätigen. SARS-CoV2 befällt nur Feiernde, trinkende Jugendliche, Ungehorsame, die nach 21 Uhr das Haus verlassen, alte Menschen oder Fledermäuse. Um es kurz zu machen, nur Privatpersonen, nicht jedoch Arbeitnehmer. Wie sonst ist es zu erklären, dass Politiker Berufstätigen kaum Bewegungseinschränkungen auferlegen. Zwar haben unsere Volksvertreter zwei Monate nach Beginn des harten Lockdowns endlich reagiert und eine freiwillige Pflicht zum Homeoffice eingeführt, doch kam die Regelung reichlich spät und mit vielen Ausnahmen.
Arbeiter, fürchtet euch nicht vor dem Virus
Demokratie geschlagen
Hat irgendjemand in letzter Zeit unsere Demokratie gesehen? Weiß jemand, wo sie ist?
Ach, … da liegt sie ja. Da hinten in der Gosse. Zusammengeschlagen vom Totalitarismus.
Ich hoffe nur, unsere Demokratie rappelt sich wieder auf.
Vielleicht hilft ihr jemand dabei.
Ich kann leider nicht. Hab grad keine Zeit, muss los, wählen gehen.
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