Berlin (NONrelevant) – Jahrelang galt das Sturmgewehr G36 als peinlichste Panne der Bundeswehr: Bei Hitze oder nach längerem Feuern verfehlt es sein Ziel um bis zu einen halben Meter. Nun stellt das Verteidigungsministerium klar, dass es sich nie um einen Mangel gehandelt hat, sondern um die eigentliche Funktion.
„Andere Nationen haben ein Gewehr gebaut, das trifft. Wir haben, in Kenntnis unserer Geschichte, eines gebaut, das es sich noch einmal überlegt", heißt es aus dem Ministerium. Deutschland verfüge über die erste Waffe der Welt mit Gewissen – und somit über die humanste Armee, die je unter Waffen stand.
Technisch sei der Vorgang lange bekannt. Der Lauf des G36 ist zur Gewichtsersparnis mit Kunststoff ummantelt, der bei großer Wärme erweicht. Genau darin liege der positive Effekt: Im entscheidenden Moment, in der Hitze des Gefechts, lässt die Waffe sich erweichen.
Den Wert eines Menschenlebens kennt das Ministerium genau – für die CO₂-Abgabe wurde er berechnet. Beim Export, der viele Milliarden Euro einbringt, verzichtet man aus Pietät auf solche redundanten Zahlen.
Die Trefferquote beträgt sieben Prozent: statistisch vernachlässigbar, moralisch jedoch ausreichend. Der Gegner wird zuverlässig um einen halben Meter verfehlt. Wer doch getroffen wird – ein Kind etwa –, wird als Kollateralschaden geführt; die ethische Erfassung erfolgt durch Beamte.
Zum ersten Mal, so das Ministerium, sei Deutschland vollständig bewaffnet und dabei vollkommen human.
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