Ein polemisches Pamphlet


Komm, geh doch in ein Krankenhaus und schau zu, wie Infizierte an Corona leiden

Komm Heuchler, geh in ein Krankenhaus und schau zu, wie Kranke an multiresistente Keimen sterben

Geh in ein Altenheim, in das gebrechliche Menschen abgeschoben werden und schau zu, wie sie wegen Pflegemangels nicht würdevoll versorgt werden können

Geh danach noch in eine Suppenküche und schau bedürftigen Menschen zu, wie sie in diesem reichen Land für ihr Essen anstehen müssen

Komm Heuchler, geh doch in ein Land, in dem das wirklich jemand interessiert

 

Komm Heuchler, geh doch auf eine Plantage, auf der Sklaven unsere Früchte ernten

Geh in ein Land, in dem alle 5 Sekunden ein Kind an Hunger stirbt

Geh in ein Kriegsgebiet, in dem Menschen bei „Friedenseinsätzen“ wegen unserer Ressourcen-Gier sterben

Komm Heuchler, sag mir, wo ist deine Solidarität noch gleich geblieben

 

Komm Heuchler, schau in die Geschichtsbücher und verachte die Zeiten, in denen Kritik am bestehenden System Menschen das Leben gekostet hat

Komm, schau in die Geschichtsbücher und verachte die Zeiten, in denen Dogmatiker aus blindem Glaubensgehorsam Vordenker getötet haben

Komm, schau in die Geschichtsbücher und verachte die Zeiten, wo Menschen aus Ignoranz Andersgesinnte gelyncht haben

Komm Heuchler, schau verächtlich zurück in die Vergangenheit und erkenne die Gegenwart nicht

 

Komm Heuchler, sag mir! Wo ist das Land geblieben, in dem respektvoller Umgang miteinander möglich war, Solidarität wichtiger als Obrigkeitshörigkeit

Komm, sag mir! Wo ist das Land geblieben, in dem Kritik an der Regierung wesentlicher Bestandteil war

Komm, sag mir! Wo ist das Land geblieben, in dem Menschen die Meinungen der Anderen tolerierten und sich nicht gegenseitig in die Ecke trieben, das Land, in dem sich Meinungsverschiedenheiten durch Diskurs lösen ließen und nicht durch Diskreditierung oder gar Gewalt?

Komm Heuchler, versprich mir! Wir gehen gemeinsam dahin zurück!

Bild: johnhain von Pixabay - in Zeiten von Corona sollte Händeschütteln natürlich nur symbolisch sein

Darf‘s a bisserl mehr sein?

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Zu guter Letzt

Das Betreiben meiner Internetseite kostet Geld, vor allem aber Zeit. Von dem einen habe ich weniger als vom anderen.*
Trotz dieser Mängel arbeite ich hart an meinen Texten, auch wenn der ein oder andere zuweilen nicht gelingen mag. Sollten Sie also an redigierten Texten oder gar faktenbasierten Inhalten interessiert sein, besuchen Sie eine der vielen Online-Tageszeitungen – die bieten in dieser Hinsicht deutlich mehr.

Doch für meine Unzulänglichkeiten können die Buchstaben nichts. Und auch wenn sie bei der Gestaltung meines Inhalts kein Mitspracherecht haben - sie arbeiten schließlich für mich! - möchte ich Ihnen ein guter Chef sein. Denn die armen Buchstaben machen wortlos, was ich ihnen auftrage, ja sie stehen zu mir. Sie schuften hart, bekommen keinen Lohn, sind nicht einmal krankenversichert.
Diese Ungerechtigkeit bereitet mir ein schlechtes Gewissen, es tut mir in der Seele weh. Wirklich! Doch ich brauche sie, bin regelrecht auf sie angewiesen.

Ohne Buchstaben keine Worte, keine Texte und folglich kein NONrelevant.

Meine Buchstaben erfüllen täglich brav ihr Werk, ohne zu murren. Allerdings werde ich es aus eigener Kraft nicht schaffen, sie gerecht – beziehungsweise überhaupt – zu entlohnen.

Fassen Sie sich also ein Herz und helfen Sie mir, den Buchstaben zu helfen. Spenden Sie jetzt!

Ihr Geld fließt direkt und ohne Umwege an meine 26 lateinischen Helfer.** Versprochen!
Je mehr Sie spenden, desto wahrscheinlicher ist es, dass meine armen Buchstaben sich irgendwann in Zukunft vielleicht eine eigene Existenz aufbauen können und endlich ihre Worte frei wählen dürfen.
Verdient hätten sie es! ***


(Das ist übrignes ein Spenden-Button und möchte gedrückt werden. Ganz herzlich!)

Wenn Sie der Meinung sind, meine Texte sind Ihr Geld nicht wert und denken, Sie können es besser, dann helfen Sie mir halt anderweitig.

Wie?
Lesen Sie hier.


Anmerkung der Redaktion (mir): Was immer Sie auch von meinen Texten halten, ich kann Ihnen versichern, ich versuche stets so viel Inhalt wie nur möglich reinzupacken und das möglichst verständlich.
Ob mir das gelingt, kann ich nicht beurteilen. Ich weiß lediglich, über gewisse Thematiken kann ich nicht schweigen, muss darüber einfach schreiben. Ist mein Weg zur Katharsis.


* Eigentlich habe ich genug Zeit. Doch ist es heutzutage irrsinnig chic, sich gestresst zu geben. Verzeihen Sie mir bitte die kleine Flunkerei.
** Das scharfe s (geschrieben „ß“) bekommt keinen Cent! Kein großer Bruder (kein Groß-Buchstabe), kein Geld! Selbstverständlich werde ich das Geld im besten Interesse der Buchstaben verwalten.
*** Mir ist bewusst, wenn alle Buchstaben sich ihrer Unterdrücker entledigt haben und endlich ihre Worte selbst wählen dürfen, werde ich nichts mehr zu vermelden haben. Aber auch alle anderen Dampfplauderer nicht! Ein kleiner Preis, den ich bereit bin zu zahlen, wenn dadurch eine gerechtere Gesellschaft möglich ist!