Voll gespalten
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Voll gespalten

Wir leben in einer Zeit, in der Meinungen nicht mehr ausgetauscht, sondern ausgeräumt werden. Wer nicht exakt meiner Ansicht ist, gilt nicht als Gesprächspartner, sondern als Feind, der auch nicht davor zurückschreckt, arme Dörfer wie die Ukraine zu überfallen. Früher sagte man: „Ich sehe das anders.“ Heute heißt es: „Blockiert. Gemeldet. Gelöscht.“ Die neue Meinungsfreiheit besteht darin, die Meinung der anderen zu hassen.

Dabei ist der Souverän — also wir — nur dann handlungsfähig, wenn wir uns nicht spalten ließen. Also tun wir das Gegenteil. Wir spalten uns mit einer Hingabe, als bekämen wir das Honorar eines Hollywood-Scheidungsanwalts. Lässt sich Spaltung eigentlich schon auf unserem Bankkonto nachweisen?

Wokeness, Gendern, Migration, Klima, Ukraine, Corona, vermeintlich steigender Rassismus: perfekte Themen, um sich gegenseitig die Köpfe einzurennen, während um uns herum die Infrastruktur zusammenfällt wie ein Toilettenhaus aus Recyclingpapier im Regen.

Die eigentlichen Probleme? Rente, Sozialsystem, Gesundheit, Verwaltung, Bildung, Straßen, Schienen. Alles Themen, die man nur lösen könnte, wenn man miteinander reden würde. Also reden wir lieber übereinander. Und genau deshalb funktioniert ein kleiner Satz so gut, dass man ihn fast für ein Naturgesetz halten könnte: „Sag den einen, die anderen wollten ihnen was wegnehmen — und schon regiert sich das Land von selbst.“

Der Dialog verschwindet, weil Radikalität einfacher ist als Vernunft. Die Mitte wäre eigentlich der Ort, an dem wir zusammenfinden sollten — aber sie ist längst zu Einheitsbrei verkocht. Und genau da beginnt das Dilemma: Ausgerechnet die bürgerlichen, alteingesessenen Parteien, die Stabilität liefern müssten, handeln dabei kontraproduktiv. Was übrig bleibt, weil es sich nicht vermischt, sind die Ränder. Sie stehen inzwischen jedoch mitten im Raum und behaupten weiter, sie würden draußen frieren. Die Opferrolle allerdings ist kein Alleinstellungsmerkmal der Ränder mehr, sondern ein breiter Debattenreflex — nicht zuletzt deshalb, weil sie wärmer hält als Argumente, erst recht in Zeiten sozialer Kälte.

So weit weg von der Vernunft wie heute waren wir selten. Wer differenziert, verliert. Wer zuhört, hat schon verloren. So bleibt uns nur die Erkenntnis: Wir sind nicht gespalten, weil wir so verschieden sind. Wir sind gespalten, weil es uns täglich eingeredet wird.


Bild erstellt mit Microsoft Copilot

Hinweis: Ich habe den Text am 24.02.2026 an einzelnen Stellen sprachlich präzisiert, um die Argumentation klarer zu machen.

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