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Sanaa – Eine landesweite „Umfrage“ unter jemenitischen Kindern bringt eine bittere Wahrheit ans Licht: Die Mehrheit träumt von einem Leben in der Ukraine. Nicht aus kultureller Neugier, sondern aus nüchternem Kalkül: „Dort herrscht zwar auch Krieg – aber immerhin einer, der es nicht nur in die Hauptnachrichten schafft, sondern auch in die Brieftaschen jener, die sich Humanisten nennen.“

Schließlich, so das Umfragefazit, sei Leid erträglicher, wenn die Welt beim täglichen Kriegsgeschehen zuschaut, Likes verteilt und Spendenmarathons mit Popstars veranstaltet. Zugeschaltetes Leid, ist geteiltes Leid – wenn auch geheuchelt. In ihrem eigenen Kriegsgebiet hingegen gebe es weder Charity-Galas noch eine NATO-Merchandise-Kollektion – lediglich den ganz normalen, unspektakulären Alltag zwischen Bomben, leerem Kühlschrank und das verhöhnende Wischen übers Tablett, weil die Push-Benachrichtigung schon das nächste Katzenvideo ankündigt.

Internationale Beobachter zeigen sich ‚tief betroffen‘. Eine Stellungnahme werde vorbereitet – gleich nach der Abstimmung über die richtige Kameraperspektive beim Halbfinale des Eurovision Song Contest. Falls echter Humanismus überhaupt noch ins Programm der öffentlich-rechtlichen passt.

Während jemenitische Kinder von einem anderen Kriegsgebiet nur träumen können, träumt die westliche Rüstungsindustrie vom nächsten Quartalsbericht. Deutschland liefert derweil weiter Waffen an Länder, die im Jemen mitmischen – „zur nachhaltigen Stabilisierung der Region“. Selbstverständlich. Stabilisiert wird dabei vor allem der Umsatz der Kriegsindustrie: Bomben fliegen, Kassen klingeln, und irgendwo in einem Nachhaltigkeitsbericht wird das Wort „humanitär“ fett unterstrichen.

Da im Jemen weder unserer Freiheit noch unsere Demokratie verteidigt werden, brauchen wahre wehrhafte Demokraten dort auch nicht für mehr Frieden frieren.

Hinweis: Diese Umfrage ist frei erfunden und dient ausschließlich satirischen Zwecken.


Bild: Copilot von Microsoft - abgeändert von mir

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