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Da wegen der Corona-Maßnahmen Restaurants, Kneipen und Bars geschlossen bleiben, treffen sich immer mehr Menschen zum Saufen in Parks. Psychologen erachten das zwar als gute Alternative, um soziale Kontakte aufrechtzuerhalten, aber viele Feiernde lassen nach dem Zusammentreffen ihr Leergut achtlos liegen. Laut Mitarbeiter eines Ordnungsamts sieht man in manchen Parks vor lauter Flaschen das Gras nicht mehr.

Städtische Reinigungskräfte werden der Verschmutzung in den Grünanlagen jedoch nicht herr. Lange Zeit sah das Ordnungsamt jedoch keinen Handlungsbedarf. Die Leiter der städtischen Ämter gingen davon aus, Senioren würden die vielen Leergutflaschen aus den Parks schon wegschaffen. Interne Hochrechnungen zeigten, 15,9% der Senioren sind trotz gesetzlicher Rentenzahlung von Armut gefährdet. Mit dem Sammeln von Flaschen könnten sie völlig unbürokratisch ihre Bezüge aufbessern. Die Anzahl der armen Rentner hätte laut Sprecher des Ordnungsamts fürs Sauber machen aller öffentlichen Parkanlagen in Deutschland ausgereicht.
Eine Win-Win-Situation. Von Altersarmut bedrohten Senioren könnten durchs Flaschensammeln ihre Altersbezüge unkompliziert aufbessern, gleichzeitig bleiben die städtischen Parks sauber und das ohne zusätzliche Kosten für die Kommunen.

Nun rudern die Ordnungsämter zurück. Ihr Konzept geht nicht auf, denn für Senioren lohnt sich das Aufsammeln der Pfandflaschen nicht. Die Deutsche Rentenversicherung sieht Erlöse aus dem Flaschensammeln als Einnahmen aus selbstständiger Tätigkeit an. Die Erträge daraus werden von den Altersbezügen abgezogen. Arme Rentner sehen aufgrund dessen nicht ein, sich im wohlverdienten Lebensabend wieder völlig umsonst bücken zu müssen. Das haben sie bereits als Erwerbstätige ihr ganzes Arbeitsleben lang gemacht.

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