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Menschen wollen der Toten gedenken! Es wäre pietätlos, einen Sterbenden nicht zu segnen, einen Toten nicht zu begraben und eine gewisse Frist der Trauer einzuhalten.
Warum eigentlich? Dies hat vor allem mit der jeweiligen Religion zu tun. Als Christen kommen wir von Gott gesegnet auf diese Welt, werden durch die Taufe in die Gemeinschaft aufgenommen (oder auch von der Sünde gereinigt) und durch die letzte Salbung/Segnung in die Ewigkeit entlassen. In anderen Religionen finden ganz unterschiedliche Riten statt, die bis zum Zerhacken des toten Körpers und Vorwerfen der aasfressenden Geier reicht (Tibet).

Ich glaube nicht an diese christlich notwendigen Riten, einen toten Körper überhaupt oder lange zu ‚umsorgen‘ und (zumindest das Grab) zu hegen und zu pflegen. Ich bin als Mensch einfach passiert und nach meinem Ableben wird mein Körper tote Hülle sein: Fleisch, Knochen und sonstige Materie, die komplett vergeht.
Mein erster Gedanke, wenn ich von Nichtwahrung der Pietät oder ‚Respekt‘ gegenüber einem Toten höre, sind Massengräber, das Verschachern hunderter oder tausender lebloser Körper, die einmal alle jeweils Individuen waren.
Das mag religiös und auch ethisch kritisch gesehen werden, aber auf lange Sicht gesprochen frage ich mich warum?
Ein Grab oder eine Urne wird nach bestimmter Zeit aufgelöst und für neue Tote freigegeben. Standartgemäss ist es nur selten und eher mit großen monetären Aufwand möglich, dass Nachkommen der 3. Generation die Grabstätte ihrer Vorfahren besuchen können - außer es handelt sich um Personen der Zeitgeschichte oder andere Besonderheiten. Diese Gräber überdauern auch Kriege und andere Katastrophen. Grundsätzlich braucht man Platz, sonst wäre die Erde irgendwann nur noch von Friedhöfen übersät. Das geht natürlich allein auf die Fläche der Erde bezogen nicht.
Aber warum dann überhaupt diesen Aufwand betreiben? Warum dieses Brimborium für Freunde und Verwandte, wenn der Verstorbene gar nicht „an sowas geglaubt“ hat? Jeder lebt (und stirbt) doch in erster Linie für sich und nicht für andere. Wenn man den Glauben oder eben Nichtglauben des Toten beiseite lässt, dann bleibt sowieso nicht viel für ein Leben danach oder für die Ewigkeit übrig. Was weg ist, ist weg!
Warum ist es daher nicht möglich, einen Toten einfach mit anderen Toten zusammenzulegen, zu verbrennen oder von mir aus auch zu zerhauen? Meinetwegen auch auf einen Haufen! Denn nach 30 oder spätestens 40 Jahren wird das Grab sowieso aufgelöst. Es wird sich für die nächsten 5 darauffolgenden Generationen sicher selten jemand für die Pflege und die Zahlungen der Grabplatzgebühr finden!
Was ich damit sagen möchte ist, dass es eher meiner Weltanschauung und Einstellung zum Leben und Tod entspräche, wenn ich nach meinem Tod einfach nicht mehr bin. Kein Grab, keine Stätte, kein Ort zum Gedenken. Wozu auch? Wenn diese Stätte irgendwann aufgelöst wird, lebe ich sowieso ausschließlich in der Erinnerung derjenigen, die mich persönlich kannten oder denen Geschichten über mich bekannt waren. Und für die Zwischenzeit sowie auch für die Zukunft ist das für mich und sollte dies für andere auch vollkommen ausreichend sein!

Darf‘s a bisserl mehr sein?

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Ob mir das gelingt, kann ich nicht beurteilen. Ich weiß lediglich, über gewisse Thematiken kann ich nicht schweigen, muss darüber einfach schreiben. Ist mein Weg zur Katharsis.


* Eigentlich habe ich genug Zeit. Doch ist es heutzutage irrsinnig chic, sich gestresst zu geben. Verzeihen Sie mir bitte die kleine Flunkerei.
** Das scharfe s (geschrieben „ß“) bekommt keinen Cent! Kein großer Bruder (kein Groß-Buchstabe), kein Geld! Selbstverständlich werde ich das Geld im besten Interesse der Buchstaben verwalten.
*** Mir ist bewusst, wenn alle Buchstaben sich ihrer Unterdrücker entledigt haben und endlich ihre Worte selbst wählen dürfen, werde ich nichts mehr zu vermelden haben. Aber auch alle anderen Dampfplauderer nicht! Ein kleiner Preis, den ich bereit bin zu zahlen, wenn dadurch eine gerechtere Gesellschaft möglich ist!