Neulich gab es in dem Kino, in dem ich arbeite, eine Sonderveranstaltung, die nichts, aber auch gar nichts mit Kino zu tun hatte. Die Chefetage einer Kosmetikfirma feierte die Neuerscheinung eines Verjüngungsprodukts und viel wichtiger, sie feierte sich selbst.
Ich würde es bevorzugen, Stereotype zu vermeiden, aber in der Modewelt, na ja, da dreht sich halt doch alles um die äußeren Werte. Und somit durfte bei der Präsentation ihres Produkts der goldene Rahmen nicht fehlen. Die Dekoration war pompös, das Buffet ebenso.

Die Selbstbeweihräucherung fand irgendwann kurz vor Mitternacht ein Ende und nachdem der letzte Gast entschwunden war, stürzten sich meine Kollegen und ich, völlig ausgehungert, auf die üppigen Reste des Buffets, von dem wirklich viel übrig blieb.

Auf den weiß eingekleideten Tischen lagen silbernen Tabletts mit goldener Verzierung, die wiederum von weißen Rosen - natürlich ohne Dornen - umrandet waren. Die Häppchen wurden mundgerecht auf Gabel und Löffel angerichtet. Wahrscheinlich weil die Models zu schwach sind, ihr Essen aus eigener Kraft zu schneiden? Natürlich durfte es für solch einen Anlass kein gewöhnliches Besteck sein! Keine Frage, das Esswerkzeug war schön anzusehen. Nur, die Beschaffenheit des Bestecks war etwas seltsam. Ich würde sie als die frühen, noch nicht wirklich geglückten Werke des großen Magiers Uri Geller beschreiben.

Da das Besteck in unserem Kulturkreis als Hilfsmittel einen gewissen Stellenwert erreicht hat und ich seit den Jahren meiner Kindheit daran gewöhnt bin, dieses zu benutzen, wollte ich, ohne weiter darüber nachzudenken, mit dem Essen beginnen. Doch ich stieß auf ungewohnte Schwierigkeiten.
Die Löffel waren durch den in sich verdrehten Stiel ein wenig ungewohnt zu greifen, ansonsten war die Bedienung wie gewohnt. Völlig neue Erkenntnisse gewann ich beim Essen mit der Gabel. Die Verwindungen endeten nicht etwa wie bei den Löffeln vor dem Schöpfteil, sondern gingen bis in die Spitzen durch, auf dem das Häppchen schließlich thronte. Mit der mir beigebrachte Kunstfertigkeit der simplen Benutzung einer Gabel kam ich hier nicht weiter. Zumindest weiß ich nun, wie sich ein Karpfen an einem Angelhaken fühlen muss.
Da ich mich aber dem Fisch intellektuell etwas überlegen fühle - pure Selbsteinschätzung -, und vor allem weil ich Hände habe, beschloss ich, meine Finger zu Hilfe zu nehmen. Und siehe da, das Ziel der Nahrungsaufnahme war erreicht.
Im Übrigen habe ich nicht die Gabe eines Sehers, doch war mir von Anfang an klar, dass die meisten Kanapees nicht angerührt werden würden. Die übermäßig geschminkten Damen, die allesamt auf ihr Gewicht achten mussten, standen zwar vor den prall gefüllten Platten mit köstlichen Häppchen, aßen jedoch nichts.
Selbst jene, die in einem schwachen Moment den Köstlichkeiten erlagen, griffen nach dem Besteck, legten die Snacks beiseite und lutschen den blanken Löffel ab, der noch genug Erinnerungen an das Verschämte barg.
Es handelt sich hier um eine völlig neues Esserlebnis und ich schlage auch gleich einen Slogan für die nächste, große und revolutionäre Diät vor:
Geflavourtes Schlemmen. Die Erinnerung an den Geschmack. Garantiert kein Fett und keine Kalorien.

Bild: TheDigitalArtist von Pixabay

Darf‘s a bisserl mehr sein?

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Zu guter Letzt

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Trotz dieser Mängel arbeite ich hart an meinen Texten, auch wenn der ein oder andere zuweilen nicht gelingen mag. Sollten Sie also an redigierten Texten oder gar faktenbasierten Inhalten interessiert sein, besuchen Sie eine der vielen Online-Tageszeitungen – die bieten in dieser Hinsicht deutlich mehr.

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Diese Ungerechtigkeit bereitet mir ein schlechtes Gewissen, es tut mir in der Seele weh. Wirklich! Doch ich brauche sie, bin regelrecht auf sie angewiesen.

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Anmerkung der Redaktion (mir): Was immer Sie auch von meinen Texten halten, ich kann Ihnen versichern, ich versuche stets so viel Inhalt wie nur möglich reinzupacken und das möglichst verständlich.
Ob mir das gelingt, kann ich nicht beurteilen. Ich weiß lediglich, über gewisse Thematiken kann ich nicht schweigen, muss darüber einfach schreiben. Ist mein Weg zur Katharsis.


* Eigentlich habe ich genug Zeit. Doch ist es heutzutage irrsinnig chic, sich gestresst zu geben. Verzeihen Sie mir bitte die kleine Flunkerei.
** Das scharfe s (geschrieben „ß“) bekommt keinen Cent! Kein großer Bruder (kein Groß-Buchstabe), kein Geld! Selbstverständlich werde ich das Geld im besten Interesse der Buchstaben verwalten.
*** Mir ist bewusst, wenn alle Buchstaben sich ihrer Unterdrücker entledigt haben und endlich ihre Worte selbst wählen dürfen, werde ich nichts mehr zu vermelden haben. Aber auch alle anderen Dampfplauderer nicht! Ein kleiner Preis, den ich bereit bin zu zahlen, wenn dadurch eine gerechtere Gesellschaft möglich ist!