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Godzilla, Aliens, Immobilien

Der Internationale Dachverband der Maklerverbände (IDM) hat Kaufinteressenten aufgefordert, in Tokio und New York vorerst kein Eigentum zu erwerben. Das Zerstörungsrisiko durch außerirdische oder tierische Großangriffe sei statistisch nicht länger vertretbar.

New York ist die am häufigsten zerstörte Stadt der Filmgeschichte, gefolgt von Los Angeles und Tokio, das seit 1954 als wiederkehrend betroffen gilt. Ginza wurde binnen siebzig Jahren zweimal dem Erdboden gleichgemacht, zuletzt 2023. Eine Lage mit dieser Vorgeschichte, so der Verband, lasse sich seriös nicht mehr als „ruhig gelegen” bewerben.

Entscheidend sei die Deckungsfrage. Kein Vertrag zahle bei Schäden durch ein 120 Meter großes Reptil; ab dieser Schulterhöhe liege unstrittig höhere Gewalt vor. Werde das Objekt bei der Abwehr vom eigenen Militär zerstört, greife die Kriegsklausel. Für den Fall Houston, das man unter Einsatz nuklearer Waffen verteidigte, sei grobe Fahrlässigkeit anzunehmen. Es zahle in jeder Konstellation der Eigentümer.

Der Verband führt hierzu einen Einzelfall aus Manhattan an, bei dem ein Objekt innerhalb kurzer Zeit mehrfach zerstört wurde – einmal durch ein 120-Meter-Reptil, einmal durch einen Todesstrahl aus einem Mutterschiff und einmal, weil das Militär versehentlich die falsche Adresse bombardiert hatte. Der Eigentümer stellte wiederholt Anträge; zuletzt wurde deren Annahme abgelehnt.

Man arbeite bereits an einer Gefahrenkarte nach dem Muster der Hochwasserzonen. San Francisco falle seit 2014 in die höchste Klasse, bedroht sowohl durch Reptilien als auch durch Kreaturen aus einem Riss im Meeresboden; der gesamte pazifische Küstenraum gelte als portalnah. Sydney verfüge über eine eigens errichtete Schutzmauer — das dortige Monster habe für den Durchbruch weniger als eine Stunde benötigt. Wertsteigernde Schutzbebauung existiere damit nachweislich nicht.

Die Liste betroffener Standorte ist lang und wächst. Neben den genannten Städten verzeichnet der Verband Paris, London, Moskau, Chicago, Honolulu und Las Vegas, zuletzt Rom und Rio.

Auf die Frage nach der Marktwirkung reagierte der Sprecher zurückhaltend. Die beiden meistzerstörten Städte der Filmgeschichte seien zugleich die beiden teuersten Immobilienmärkte der Welt. Der Preis, so sein Eindruck, bilde die Gefahr bislang nicht ab.

Uneingeschränkt zum Kauf geraten wird in Wuppertal. Für die Stadt liegt bis heute keine Zerstörungsmeldung vor. Die Wupper, jahrhundertelang von den örtlichen Färbereien vergiftet, galt schon im 19. Jahrhundert als stinkende Kloake — und keinem Angreifer, so der Verband, sei es das bisher wert gewesen.


Bild erstellt mit Copilot

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