Ewig, ja, ewig träumte ich davon, mal nach Rom zu fahren. Rom, die Königin der Städte, die Wiege unserer Kultur. Und endlich hatte sich dieser lang ersehnte Wunsch erfüllt.
Ich entdeckte auf dieser Reise aber nicht nur die schöne Stadt, sondern auch - die Ewigkeit.
Für viele Studenten der Philosophie mag die Entdeckung der Ewigkeit vielleicht ein wünschenswertes Thema sein, um den Abschluss eines sinnvollen Studiums mit einer noch sinnvolleren Promotion zu krönen. Für mich im Gegensatz war die Unendlichkeit real, greifbar.
Denn Ewigkeiten hat das Warten in den Schlangen vor den Sehenswürdigkeiten gedauert.
Aber nicht nur ewig viel Zeit muss man in Rom haben, sondern auch ewig viel Geld.

Neulich gab es in dem Kino, in dem ich arbeite, eine Sonderveranstaltung, die nichts, aber auch gar nichts mit Kino zu tun hatte. Die Chefetage einer Kosmetikfirma feierte die Neuerscheinung eines Verjüngungsprodukts und viel wichtiger, sie feierte sich selbst.
Ich würde es bevorzugen, Stereotype zu vermeiden, aber in der Modewelt, na ja, da dreht sich halt doch alles um die äußeren Werte. Und somit durfte bei der Präsentation ihres Produkts der goldene Rahmen nicht fehlen. Die Dekoration war pompös, das Buffet ebenso.

Es muss schon ein paar Sommer her sein, da saßen ein guter Freund und ich in seiner Küche. Partnerlos, frei und planlos. Was sollten wir diesen Sommer machen? Verreisen war die Antwort. Nur wohin? Nach Spanien oder Griechenland? Schweden oder Finnland, wohin denn nun?
Philosophen thematisieren: der Weg sei das Ziel! Aber ohne Ziel gibt es erst gar keinen Weg! Aus einem Irrglauben heraus vorverurteilte ich den Norden. Denn ich fahre doch in kein Land, in dem die Sonne nicht scheint. Da kann ich doch auch hin, wenn es Winter ist! Na ja, Vorurteile gepaart mit Unwissenheit! Ganz schlechte Kombination. Aber na ja, ist ja auch schon ein paar Sommer her!