Laut Kinderschutzbund leben etwa 4,4 Millionen Kinder dauerhaft in Armut. 1,4 Millionen Kinder mehr als bisher angenommen. Doch was ist mit den Eltern? Dieser Frage ging nun ein Team von überbezahlten Experten nach. Ihr Ergebnis ist so überraschend wie schockierend: Wenn Kinder arm sind, müssen das aller Wahrscheinlichkeit auch deren Eltern sein, denn Kinderarmut führt offenbar zur Bedürftigkeit der Eltern.
Gutmenschen aller Parteien zeigten sich erschüttert über das Ergebnis. Solche Zustände dürfe es in einem reichen Land wie Deutschland nicht geben. Auf einer eigens dafür einberufenen Pressekonferenz versprach die CDU noch am selben Tag, sofort und mit aller Entschlossenheit gegen die Misere vorzugehen. Eine Gesetzesänderung soll es zukünftig in Deutschland lebenden Kindern ermöglichen, ab dem 8. Lebensjahr völlig legal in Vollzeit zu arbeiten. Das Gesetz soll nach Willen der CDU noch vor der Sommerpause durchgedrückt werden.

Die SPD gab am Tag darauf in einer Pressemitteilung bekannt, sie werde so einem Gesetz unter keinen Umständen zustimmen, da für Kinder unter 18 Jahren der Mindestlohn nicht gelte. Volljährige Arbeiter wären obsolet, weil Konzerne bevorzugt Minderjährige beschäftigen würden. Somit stünde viele prekäre Familien wegen arbeitsloser Eltern sogar noch weniger Geld zur Verfügung. Ebenso hart wird es Leiharbeiter und Menschen mit Werkverträgen treffen, die trotz Bezahlung weit unter Mindestlohn auf Dauer gegen die billige Kinderarbeit nicht konkurrieren können, vor allem, wenn Kinder dann auch Pakete zu Fuß oder mit dem Fahrrad ausliefern müssen.
Wie gewohnt wird sich die opportunistische Partei noch ein bisschen öffentlichkeitswirksam über das unmoralische Gesetz echauffieren, um am Ende einzuknicken und doch zuzustimmen. Danach wird sie sich loben, dass sie zumindest eine Änderung der Schrittgröße in dem Gesetzestext erkämpfen konnten.

Den fünf Wirtschaftsweisen zufolge ist ein Gesetz zur legalen Kinderarbeit in Deutschland längst überfällig. In anderen Ländern arbeiteten Kinder bereits im Vorschulalter und das ziemlich erfolgreich. Des Weiteren wäre mit der Gesetzesänderung der Standort Deutschland endlich wieder wettbewerbsfähig. Klamotten und Sportschuhe müssten nicht mehr im Ausland produziert werden und „Made in Germany“ könnte im neuen Glanz erstrahlen. Das Gesetz käme sogar der Umwelt zugute, da weite Transportwege für die Produkte aus Billiglohnländern wegfielen. Auch müsste die Regierung nicht mehr vorgeben, alles erdenklich zu tun, um die staatliche Bildung zu reformieren. Denn wenn Eltern kein Geld für die private Ausbildung ihres Kindes haben, dann können sie genauso gut auch arbeiten gehen. Bei Vollzeitbeschäftigung hätte Kinder sowieso keine Zeit mehr zum Lernen. Wer essen will, muss arbeiten und Arbeiterkind benötigt schließlich kein Latinum beim Nähen von Schuhen.