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Nach Ankündigung Merkels vom vergangenen Samstag waren viele Lobbyisten kurzzeitig verwirrt. Die Bundeskanzlerin hatte in ihrer wöchentlichen Videobotschaft bekannt gegeben, die Regierung wolle ihre Arbeit transparenter machen. Bürger sollen in Zukunft mehr über die Arbeit der Regierung erfahren und sich frühzeitig an Gesetzentwürfen beteiligen.

Lobbyisten können den plötzliche Richtungswechsel Merkels nicht nachvollziehen. Die Arbeit der Bundesregierung transparent zu machen, bedeutet das Aus für ihre Geschäfte. Das Arbeiten im Verborgenen ist nicht mehr möglich und Politiker könnten ohne ungeklärte finanzielle Anreize dazu tendieren, eher ihre Wahlversprechen umzusetzen als den Willen der Konzerne. Ein Erfolgsmodell geht zu Ende. Viele Lobbyisten fühlen sich betrogen. Jahrelange Investitionen waren umsonst, was übrig bleibt, ist ein wertloser schwarzer Fels.

Der Lobbyistenverband will gegen die Entscheidung Merkel angehen, denn Wähler können durch einfache Stimmabgaben Politiker dazu zu bringen, Gesetze zu machen, während Großkonzerne von demokratischen Wahlen ausgeschlossen sind. Lobbyisten blieb bisher nur der Weg über geheime Spenden. Wie sollen sie jetzt Politiker noch beeinflussen? Auch die Wirtschaftsweisen kritisierten Merkels Aussage, ihrer Meinung nach habe sich das gemeine Volk beim Thema Kapitalismus rauszuhalten, das ist für einfache Bürger schlicht zu komplex und undurchsichtig. Demokratie müsse für die finanzschwache Bevölkerung ausreichen.

Der Lobbyistenverband konnte jedoch bereits am Sonntag Entwarnung geben. Wie der Vorstand aus sicherer Quelle erfahren hat, ist es zweierlei, was Politiker sagen und was sie davon auch umsetzen.