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Die Bundeskanzlerin hat vergangenen Samstag in ihrer wöchentlichen Videobotschaft bekannt gegeben, die Regierung wolle ihre Arbeit transparent machen. Bürger sollen zukünftig mehr Einblick erhalten und sich sogar an Gesetzentwürfen beteiligen.

Lobbyisten können den plötzlichen Sinneswandel Merkels nicht nachvollziehen. Die Arbeit der Bundesregierung tatsächlich transparent zu machen, würde das Aus für das Geschäftsmodell Lobbyismus bedeuten. Jahrelange Investitionen vieler Konzerne wären umsonst gewesen.
Der Lobbyistenverband prüft bereits, ob er eine einstweilige Verfügung gegen das Offenlegen der Regierungsarbeit erwirken kann. Einem Sprecher des Verbands zufolge erschüttere die Forderung der Kanzlerin das Fundament des Kapitalismus. In einer freien Marktwirtschaft sollte niemand den absoluten Wahrheitsanspruch des unendlichen Wachstums ungestraft anzweifeln dürfen. Außerdem müsse Gleichberechtigung für alle gelten, denn im Gegensatz zu volljährigen Staatsbürgern sind Großkonzerne von demokratischen Wahlen ausgeschlossen. Lobbyisten hätten ohne Spenden im Verborgenen keinen Einfluss mehr auf die Arbeit der Regierung und Politiker könnten dazu neigen, eher ihre Wahlversprechen umzusetzen als den Willen der Konzerne.

Auch die Wirtschaftsweisen kritisierten Merkels Aussage. Ihrer Meinung nach sollte sich das gemeine Volk bei den Themen Kapitalismus und Lobbyismus raushalten, diese seien für einfache Bürger schlicht zu komplex und undurchsichtig. Demokratie muss für die Bevölkerung ausreichen.

Am Sonntag gab der Lobbyistenverband Entwarnung. Wie der Vorstand aus sicherer Quelle erfahren hat, ist es zweierlei, was Politiker sagen und was sie davon auch umsetzen.